Gebetsweg entlang der früheren Zonengrenze

Meldung aus der sächs. Kirchenzeitung „Der Sonntag“ vom 10. Februar 19 mit dem Zitat von Christine Lieberknecht "Die Deutsche Einheit ist ein Glücksfall und Wunder Gottes". Den Text finden Sie hier.


PRESSE-INFORMATION vom 18. Oktober 2018

Nicht jeder hat Grund zum Danken  

Zu der Auftaktveranstaltung des Beirates der Projektgruppe „3.Oktober – Gott sei Dank! 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit“

trafen sich über 30 geladene Vertreter aus ganz Deutschland in Berlins Mitte. Im Saal der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt eröffneten anregende Statements des Beiratsvorsitzenden Michael Prinz zu Salm-Salm und des Fachreferenten Sebastian Klopfleisch einen lebhaften Diskurs. Klopfleisch vertrat seinen erkrankten Chef Christian Hirte, Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer (MdB CDU, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie). Er gab Informationen zur gesellschaftlichen Entwicklung in den „neuen“ Bundesländern weiter und betonte, dass ein wiedervereintes Deutschland nicht bedeuten könne, alle und alles gleich zu machen. In der Verschiedenheit  der Lebensläufe und Lebensbedingungen das Grundlegende und Verbindende zu beschreiben, gehört zu den wichtigen Aufgaben, die Politik allein nicht lösen kann, sondern für die das Miteinander unterschiedlicher gesellschaftlicher Kräfte nötig ist. Kirchen und Gemeinden sind prädestiniert dafür, individuellen Geschichten Raum zu geben und sie in Beziehung zu setzen zu einem gemeinsamen Grundnarrativ unseres Volkes.

Prinz zu Salm-Salm verwies darauf, dass unser Land in der Mitte Europas über Jahrhunderte bereichert und verändert wurde durch Flüchtlinge und Zugewanderte aus allen Himmelsrichtungen. Die geografische Lage und unsere Geschichte verpflichten uns dazu, „die Mitte“ nicht zu verlieren und der Verantwortung gerecht zu werden, die unserem Volk aus seiner Geschichte erwachsen ist. Vieles, was geschehen ist, nehmen Christen als Geschenk Gottes wahr. So sehen sie sich in einer von Gott übertragenen Verantwortung, dieses Geschenk zum Wohl für alle einzusetzen.

Neben dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse und den beiden sächsischen Bischöfen Rentzing und Timmerevers gehören unter anderem die anwesenden Marie-Luise Dött (MdB CDU), der frühere sächsische Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider, der das Signet „Schwerter zu Pflugscharen“ wesentlich geprägt und verbreitet hat und Uwe Heimowski, Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, zu dem neu gebildeten Beirat.

Für die Projektgruppe stellte deren Leiter Bernd Oettinghaus (Theologe, Gebetsleiter, Frankfurt/Main) die bisherigen Planungen und Aktivitäten vor, die sensibel zum „Danken, Feiern und Beten“ am Tag der Deutschen Einheit motivieren wollen. Unter anderem benannte Oettinghaus eine Pilgerwanderung im Herbst 2019 entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die parallel von Nord und Süd her gestartet werden wird und mit einem gemeinsamen Gottesdienst auf dem Brocken enden soll. „Zelte der Begegnung“ sollen Raum zum Erzählen und zu generationsübergreifenden Gesprächen über die Friedliche Revolution und die Erfahrungen nach der Wiedervereinigung geben. Zum 30jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit 2020 könnte öffentliches gemeinsames Singen der Dankbarkeit in vielen Orten kultur- und generationenübergreifend Ausdruck verleihen. Musik soll dabei zum Klangbeispiel internationaler Verbundenheit werden.

Zahlreiche persönliche Erinnerungen und praktische Gestaltungsvorschläge der Anwesenden aus Ost und West machten deutlich, dass es im Rückblick auf 1989/90 viel Grund zur Dankbarkeit gegenüber Gott und Menschen gibt. Das deutsche Volk hat das Wunder einer friedlichen Revolution erlebt und neu zueinander und zu einem anerkannten Platz in Europa und in der Welt gefunden. Die vielen Veränderungen brachten aber auch große Herausforderungen, gebrochene Lebensbiographien, tiefe Enttäuschungen und Verletzungen durch Arbeitsverlust und zerbrochene Lebensperspektiven und -ziele mit sich. So sieht nicht jeder einen Grund zum Danken. Auch der Weg der Menschen zueinander und miteinander ist längst nicht bewältigt. Deshalb will das Projekt an die spannungsvollen Erfahrungen von 1989/90 und die Entwicklungen danach erinnern. Es sollen Räume und Möglichkeiten entstehen, um persönliche Berichte und emotionale Erinnerungen bewusst an die junge Generation weiterzugeben.

Beispielsweise informierte Janina Hüttenreich, Regisseurin und Projektgruppenmitglied, , über das Dokumentarfilmprojekt „Glaube, Mut und Freiheit“, an dem sie mitwirkt und das Zeitzeugen der Friedlichen Revolution mit ihren Geschichten einem breiten Publikum vorstellt. Weitere Materialien und Informationen werden erstellt, die von Kommunen, Regionen, Schulen, Jugendgruppen, Vereinen und Gemeinden genutzt werden können, um gemeinsam eigene Veranstaltungen am Tag der Deutschen Einheit zu kreieren, damit die Dankbarkeit für die Veränderungen von 1989/90 wachgehalten wird, die Erinnerung lebendig bleibt und Verantwortung für die Zukunft übernommen wird.

Christine Lieberknecht (MdL Thüringen, CDU), frühere Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen und ebenfalls Mitglied der Projektgruppe, richtete mit einem geistlichen Abschluss die kommenden Aktivitäten des Projekts aus auf die Verantwortung vor Gott und nahm zugleich die heute lebenden Menschen in den Blick. Gemeinsam kann die Zukunft unter Gottes schützender Hand angstfrei gestaltet werden.

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Sachbearbeitung / Kontakt für weitere Informationen:

Frau Kersten Rieder im

Büro der Deutschen Evangelischen Allianz e.V. am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung

Behrenstrasse 73 | 10117 Berlin

Tel: (030) 206 21 357 | Fax: (030) 206 21 365 | Mail: buero.berlin(at)ead.de | www.3-oktober.de


Dankbar erinnern: 25 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit

Gebetswandern unter der Schirmherrschaft von Lieberknecht, Haselhoff und Seehofer

„Danken.Feiern.Beten“ ist das Motto einer christlichen Initiative im Rückblick auf 25 Jahre friedliche Revolution, 25 Jahre Öffnung der Mauer und 25 Jahre Deutsche Einheit. „Es gibt in der Geschichte eines Volkes nur wenige Sternstunden. Die friedliche Vereinigung Deutschlands gehört dazu. Wir dürfen Gott dankbar sein, dass er geschenkt hat, worauf fast keiner mehr gehofft hat“, erklärt Hans-Jürgen Abromeit, Bischof der Evangelischen Kirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern. Er gehört zum breiten ökumenischen Kreis von Kuratoren und Unterstützern der Projektgruppe „3. Oktober – Gott sei Dank!“, die ihre bundesweiten Vorhaben im neu gestalteten Internetportal www.3-oktober.de präsentiert.

Vollständige Presseerklärung und Foto zum Download.


Presseerklärung zu den Jubiläumsjahren 2014/15